Bildungsangebote

Das pädagogische Angebot im Gedenkort ist eng mit dem Jugend Museum in Berlin-Schöneberg verknüpft. Die Bildungs­angebote im Gedenkort sind als Lern­werk­stätten aufgebaut. Sie bieten den Jugendlichen ausreichend Raum und Zeit, um sich Schritt für Schritt der Geschichte des frühen NS-Terrors zu nähern und sich aktiv und reflektiert mit ihr auseinander­zusetzen. Die Lern­werk­stätten sind ein- oder mehrtägig konzipiert und beinhalten verschiedene miteinander kombinierbare Module. Die von den Jugendlichen erarbeiteten Ergebnisse werden abschließend in einem eigens dafür vorgesehenen „Ausstellungstisch” im Gedenkort der Öffentlichkeit präsentiert.

Anmeldungen unter Tel.: 030/90277-6163

Aktuell ++ Digitale Angebote für Schulklassen

Da aktuell keine Workshops im Gedenkort stattfinden können, stellen wir unsere Materialienmappe für Schulklassen digital zur Verfügung. Mithilfe der Materialien können Schüler_innen die Geschichte des frühen NS-Terrors selbstständig erarbeiten.

Unsere Auswahl an Grundlagentexten und Quellen bieten die Möglichkeit, zu fünf Themenbereichen forschen:

Inhaftierte Personen, Haftbedingungen, SA-Feldpolizei, Erinnerungsgeschichte, Geschichte des Ortes.

Fotografien, persönliche Berichte, amtliche Dokumente und Interviews vermitteln so die Geschichte des SA-Gefängnisses auch ohne Besuch des Gedenkorts. Eine Handreichung für Lehrkräfte erläutert die Materialien und gibt Beispielfragen für die Bearbeitung der Themenbereiche. Die Interviewdateien für Gruppe D (Geschichte des Ortes) können per Mail angefragt werden.

Angebot 1

Die Geschichte des SA-Gefängnisses Papestraße

1-tägig von 9–13 Uhr, ab Klasse 8

Der Projekttag beinhaltet eine Vorbereitung auf das historische Thema. Die Jugendlichen begeben sich im Anschluss auf eine begleitete Spuren­suche und Führung durch den Gedenkort und die Dauer­ausstellung. Eigen­ständige Recherche­möglich­keiten sind mit Hilfe des im Archiv vorhandenen Quellen­materials möglich. Themen wie Häftlings­schicksale, Haft­bedingungen und Täter bieten sich für eine inhaltliche Vertiefung an.

Angebot 2

Die Geschichte des SA-Gefängnisses Papestraße und die Bedeutung von Erinnerung

2-tägig von 9–13 Uhr, ab Klasse 8

Das Kennenlernen und selbstständige Erarbeiten der Geschichte des SA-Gefängnisses wird in diesem Workshop ergänzt um das Thema Erinnerung. Die Jugendlichen setzen sich mit der Erinnerungsgeschichte des Gedenkortes auseinander. Anhand von Interviews mit Passanten oder einem Gespräch mit einer/m Familienangehörigen einer 1933 im SA-Gefängnis inhaftierten Person haben die Jugendlichen die Möglichkeit, sich aktiv mit der Bedeutung und den verschiedenen Formen von Erinnerung auseinanderzusetzen.

Angebot 3

Das SA-Gefängnis Papestraße und der Schwerbelastungskörper – Zwei Zeugnisse der Geschichte

2- oder 3-tägig von 9–13 Uhr, ab Klasse 10

Während dieses Workshops wird auch die Geschichte des in Fußnähe zum Gedenkort gelegenen Schwer­belastungs­körpers thematisiert. Der 1941 gebaute Betonzylinder ist Zeugnis der monströsen national­sozialistischen Stadt­planung unter Regie des „General­bau­inspektors für die Reichs­haupt­stadt” Albert Speer. Die Jugendlichen erkunden den Informationsort Schwer­belastungs­körper mit der Open-Air-Ausstellung und dem Aussichts­turm. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, wie wir heute mit einem Ort der NS-Geschichte umgehen, der als zweifel­haftes Mahnmal wahr­genommen wird und dessen Erhalt und Nutzung zwiespältig scheint.

Angebot 4

Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße und Stiftung Topographie des Terrors –
Eine Spurensuche an zwei historischen Orten

2-tägig von 9–13 Uhr, ab Klasse 9

Während des ersten Projekttages besuchen die Schülerinnen und Schüler das ehemalige SA-Gefängnis Papestraße. Sie besichtigen die Ausstellung im Gedenkort und begeben sich in den historischen Räumen auf eine begleitete Spuren­suche. Über Biographien von Personen, die sowohl im SA-Gefängnis in Haft waren als auch ins Visier der Geheimen Staats­polizei gerieten, kommt die Verbindung zwischen den beiden Orten des NS-Terrors in den Blick. Der zweite Tag findet in der Stiftung Topographie des Terrors statt. Hier wird den Jugendlichen entlang der bereits erarbeiteten Lebens­läufe die weitere Entwicklung des national­sozialis­tischen Verfolgungs­apparates verdeutlicht. In einer Abschluss­runde werden die Arbeits­ergebnisse präsentiert.

Zur Nachbereitung von Führungen, Projekttagen und Workshops sind vertiefende didaktische Materialien kostenfrei im Jugend Museum unter Tel. 030-90277-6163 oder museum@ba-ts.berlin.de erhältlich.