Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße

Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße

Nachruf auf Rolf Scholz

Am 2. Oktober 2026 ist Rolf Scholz verstorben.

Der Bildhauer gründete 1991 gemeinsam mit Sylvia Walleczek und Kurt Schilde die Geschichtswerkstatt Papestraße. Mit großer Beharrlichkeit setzte er sich dafür ein, dass das frühe Konzentrationslager der SA im Keller des Hauses Werner-Voß-Damm 54a nicht in Vergessenheit geriet. Er half, den authentischen Ort zu identifizieren, bewahrte die Spuren der Häftlinge an den Kellerwänden und trug über Jahrzehnte das Wissen über die Verfolgten zusammen. Ohne seine Initiative gäbe es den Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße heute nicht.

Dem Gedenkort blieb Rolf Scholz bis zuletzt eng verbunden. Seine Forschungsergebnisse hat er dem Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg übergeben, damit sie auch künftigen Generationen zur Verfügung stehen.

Wir danken Rolf Scholz für sein jahrzehntelanges Engagement, mit dem er die Erinnerung an die Opfer wachgehalten hat. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden.

Der Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße ist der einzige historische Ort des frühen NS-Terrors in Berlin, in welchem sich noch Spuren aus dem Jahr 1933 finden lassen.

In dem ursprünglich für die Preußischen Eisenbahn­regimenter erbauten Kasernen­gebäude befand sich von März bis Dezember 1933 ein frühes Konzentration­slager unter Führung der SA. Die verantwortlichen SA-Männer inhaftierten, verhörten und folterten an diesem Ort vor allem politisch Anders­denkende, Juden und andere vom NS-Regime verfolgte Gruppen. Bislang sind knapp 500 Personen, die 1933 in der Papestraße in Haft waren, namentlich bekannt. Die Gesamtzahl der Häftlinge war mit Sicherheit deutlich größer. Eine lücken­lose historische Aufarbeitung ist heute kaum mehr möglich.

Die als Haftzellen genutzten Keller­räume sind weitgehend in ihrem damaligen Zustand erhalten. Seit März 2013 dokumentiert eine Ausstellung vor Ort die Geschichte des SA-Gefängnisses Papestraße. Damit endete ein lang­jähriges Ringen um die dauerhafte Sicherung des Kellers und die Etablierung als Gedenk- und Lernort.

Die Ausstellung wurde aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassen­lotterie Berlin gefördert.

Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße